E-Mail-Marketing-Software selbst hosten: Vergleich 2026
Aktualisiert: · 13 Min. Lesezeit · NetSendo Team
Welche E-Mail-Marketing-Software sollten Sie selbst hosten?
Das hängt davon ab, was Sie versenden und wer den Server betreut. Unsere Kurzantwort, nachdem wir am 16. und 17. Oktober 2026 die Website und das Repository jedes Projekts geprüft haben:
- Schlanker Newsletter, Open Source: listmonk. Schnell, ausgereift und mit der größten GitHub-Community in diesem Feld. Keila ist eine freundlichere, kleinere Alternative aus Deutschland.
- Marketing-Automatisierung unter Open-Source-Lizenz: Mautic. Kampagnen-Builder, Lead-Scoring, Landingpages; die etablierte Wahl, wenn die Lizenz OSI-Open-Source sein muss.
- Günstiges kommerzielles Versandtool für Amazon SES: Sendy für einmalig 69 USD pro Domain. MailWizz, wenn Sie Versand an Kunden weiterverkaufen wollen.
- E-Mail + SMS + CRM + Webinare + KI in einer Anwendung: NetSendo. Source-available (kein Open Source), mit kostenloser SILVER-Lizenz für das eigene Unternehmen. Server und Versand zahlen Sie trotzdem.
Wenn niemand im Team einen Linux-Server, DNS-Einträge und Backups betreuen kann, bleiben Sie bei SaaS. Das ist eine legitime Antwort, und sie steht ganz oben im Entscheidungsbaum weiter unten.
Was bedeutet „E-Mail-Marketing selbst hosten“ eigentlich?
Selbst hosten heißt: Die Marketing-Anwendung (Listen, Anmeldeformulare, Vorlagen, Kampagnen, Automationen, Berichte) läuft auf einem Server, den Sie kontrollieren, und die Abonnentendatenbank liegt dort ebenfalls. Sie installieren, aktualisieren und sichern sie selbst.
Es heißt in der Regel nicht, dass jede E-Mail von Ihrem eigenen Mailserver kommt. Die meisten Setups übergeben die eigentliche Zustellung an ein Relay:
- Amazon SES, Mailgun, SendGrid oder ein anderer SMTP- oder API-Dienst. Sie zahlen pro E-Mail und nutzen dessen Versandinfrastruktur.
- Ein eigener Mail Transfer Agent (MTA) mit eigenen IP-Adressen. Pro E-Mail günstiger bei großen Mengen, dafür wärmen Sie IPs selbst auf und beobachten Blocklisten. Postal und NetSendos eingebaute NMI-Infrastruktur gehören in diese Schicht.
Vergleichen Sie Tools deshalb in zwei Schichten: die Anwendung (Funktionen, Lizenz, Betriebsaufwand) und den Versandweg (Kosten pro E-Mail, Reputationsarbeit).
Für wen lohnt sich Selbsthosting, und wer bleibt besser bei SaaS?
Selbsthosting passt, wenn das meiste hiervon zutrifft:
- Ihre Liste ist so groß, dass Preise pro Kontakt wehtun. Mailchimp Standard kostet 800 USD im Monat für 100.000 Kontakte (Preise, Stand 16.10.2026).
- Sie wollen die Abonnentendaten auf Infrastruktur Ihrer Wahl halten, etwa in einem deutschen Rechenzentrum. Das hilft bei den DSGVO-Pflichten, die Konformität hängt aber vom Betrieb ab. Details im Leitfaden Newsletter-Software DSGVO: selbst hosten ohne US-Anbieter.
- Sie brauchen Funktionen, die SaaS-Tools als Add-on oder in höheren Tarifen verkaufen, etwa SMS, eine CRM-Pipeline oder Webinare, oder Sie wollen einen KI-Assistenten mit Ihrer eigenen Instanz arbeiten lassen.
- Jemand im Team kennt sich mit Docker, DNS und Linux-Updates aus, oder Sie können diese Zeit bezahlen.
Bleiben Sie bei SaaS, wenn:
- Ihre Liste klein ist. Die Gratis-Tarife sind geschrumpft (Mailchimp und MailerLite begrenzen ihre kostenlosen Pläne auf 250 Kontakte, laut Mailchimp und MailerLite), aber Einstiegstarife sind immer noch günstiger als einige Stunden Ihrer Zeit.
- Niemand den Betrieb verantwortet. Eine selbst gehostete Anwendung ohne Updates und Backups ist ein Risiko.
- Sie stark auf die Integrationen und Vorlagen eines SaaS-Ökosystems setzen. Wer vor allem Datenstandort Deutschland will, findet auch dort Anbieter, etwa CleverReach oder rapidmail; sie stehen im DSGVO-Leitfaden mit Preisen.
Alle Zahlen zum Kostenvergleich stehen im englischen Leitfaden What it costs to email 10k, 50k and 100k contacts.
Wie schneiden die wichtigsten Tools im Vergleich ab?
Die Tabelle deckt die Tools ab, die bei dieser Suche am häufigsten auftauchen. Die Funktionsangaben stammen von den Websites, Dokumentationen und Repositories der Projekte selbst. Wo ein Projekt eine Funktion nicht bewirbt, schreiben wir das, statt zu raten.
Funktionsumfang je Tool, laut den Seiten der Projekte, geprüft am 16. und 17. Oktober 2026.
| Tool | Lizenz | Preis der Software | Technik | Automatisierung | SMS | API | GitHub-Sterne | Letztes Release |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| NetSendo | proprietär, source-available (NetSendo-EULA) | SILVER kostenlose Lizenz; GOLD 97 USD/Monat gelistet, noch nicht buchbar | Laravel, Vue.js, MySQL 8, Redis 7, Docker | Automationen und Funnels | eingebaut (5 Gateways) | REST-API, MCP-Server, signierte Webhooks | 17 | v2.1.3 (14.09.2026) |
| listmonk | Open Source, AGPL-3.0 | kostenlos | Go, Vue, PostgreSQL | keine Drip-Workflows beworben | über Webhook-„Messenger“ | ja | 23.816 | v6.2.0 (26.06.2026) |
| Mautic | Open Source, GPL-3.0 | kostenlos | PHP (Symfony) | Kampagnen-Builder, Lead-Scoring | über SMS-Transport (Twilio-Plugin) | REST-API | 10.784 | 7.2.1 (23.09.2026) |
| Sendy | kommerziell | einmalig 69 USD pro Domain | selbst gehostete Web-App | Autoresponder (Drip) | nicht beworben | HTTP-API (Abonnenten, Kampagnen) | kein öffentliches Repo | – |
| MailWizz | kommerziell (Regular, Extended, Lifetime) | beim Abruf nicht auf der Preisseite angezeigt | selbst gehostete Web-App (PHP) | Follow-up-Kampagnen | nicht beworben | REST-API (3.x) | kein öffentliches Repo | – |
| Keila | Open Source, AGPL-3.0 | kostenlos (auch gehostet als Keila Cloud) | Docker-Image | als geplant gelistet | nicht beworben | Kontakte, Kampagnen, Formulare | 2.237 | 0.30.3 (06.09.2026) |
| Mailtrain | Open Source, GPL-3.0 | kostenlos | Node.js, MySQL | getriggerte und RSS-Kampagnen | nicht beworben | – | 5.758 | v2.20210609.0 (09.06.2021) |
| Postal | Open Source, MIT | kostenlos | Mailserver für die Zustellung | – (keine Marketing-App) | – | Versand-API | 16.867 | 3.3.7 (03.06.2026) |
Sterne und Releases über die GitHub-API am 16.10.2026. Preise und Funktionen von den Herstellerseiten am 16./17.10.2026. „Nicht beworben“ heißt: Die Website des Projekts nannte die Funktion beim Abruf nicht.
NetSendo: die All-in-one-Option
NetSendo ist eine selbst gehostete Plattform für E-Mail- und SMS-Marketing-Automatisierung auf Basis von Laravel, Vue.js und Docker. Sie läuft mit MySQL 8 und Redis 7, die Anwendung lauscht auf Port 5029. Der Umfang ist breiter als bei den anderen Tools hier:
- MJML-E-Mail-Editor, Automationen und Funnels, Segmentierung und Auswertungen.
- SMS über Twilio, Vonage, MessageBird, Plivo oder SMSAPI. Sie zahlen das Gateway direkt.
- Ein CRM mit Vertriebspipeline und Live-Webinare. Auto-Webinare und hybride Webinare gehören zu GOLD.
- KI-Funktionen mit OpenAI, Anthropic Claude, Google Gemini, xAI Grok, OpenRouter oder lokalen Modellen über Ollama.
- Ein MCP-Server (77 Tools in @netsendo/mcp-client 1.5.1), damit Assistenten wie Claude oder Cursor mit Ihrer Instanz arbeiten. Mehr dazu im englischen Leitfaden zum selbst gehosteten MCP-Server und unter /de/agents.
- REST-API, HMAC-signierte Webhooks und ein n8n-Node, dazu Integrationen mit WordPress, WooCommerce, Stripe, Shopify, Calendly, Zoom und Google Meet.
- NMI, eine eingebaute Mail-Infrastruktur mit dedizierten IPs, IP-Warming, DKIM und Blocklisten-Überwachung, falls Sie selbst versenden wollen.
Lizenz und Preis. NetSendo ist proprietäre, source-available Software unter der NetSendo-EULA. Es ist kein Open Source: Sie können den Code auf GitHub lesen und eine lizenzierte Instanz für Ihr eigenes Unternehmen betreiben, dürfen ihn aber nicht weitergeben, unter eigener Marke anbieten oder als SaaS weiterverkaufen. Laut README braucht der Betrieb eine aktive Lizenz. SILVER ist eine kostenlose Lizenz mit unbegrenzten Kontakten. Laut Preisseite enthält sie E-Mail und SMS, das CRM, Live-Webinare, Automationen, alle Integrationen, die öffentliche API und den MCP-Server sowie bis zu 3 KI-Kampagnen. GOLD ist mit 97 USD im Monat gelistet, aber noch nicht buchbar, und ergänzt unbegrenzte KI-Kampagnen, lokale LLMs, A/B-Tests, Auto-Webinare und Priority-Support. (Die Tarif-Tabelle im README führt den API-Zugang unter GOLD; wenn das für Sie wichtig ist, prüfen Sie die aktuelle Aufteilung auf der Preisseite.) Was source-available bedeutet, erklärt der englische Artikel Is NetSendo open source?
Gut zu wissen: Das öffentliche Repository ist jung (17 Sterne am 16.10.2026). Community und Tutorials von Dritten sind deutlich kleiner als bei listmonk oder Mautic.
listmonk: das beste schlanke Newsletter-Tool
listmonk ist „free and open source software licensed under AGPLv3“, mit Go-Backend und Vue-Frontend auf PostgreSQL (listmonk.app). Es verkraftet große Listen, segmentiert per SQL, bietet mehrere Editoren, Transaktionsmails über eine API und mehrere SMTP-Warteschlangen mit Ratenbegrenzung.
Über seine „Messenger“ kann es Kampagnen an SMS-, WhatsApp- oder Push-Dienste weitergeben, über einen HTTP-Webhook, den Sie bereitstellen (Docs). Drip-Sequenzen oder visuelle Automations-Workflows bewirbt die Website nicht.
Nehmen Sie listmonk, wenn Sie Aussendungen und Newsletter, wenig Ressourcenbedarf und eine echte Open-Source-Lizenz wollen. Für reine Newsletter ist es leichter als NetSendo oder Mautic, und wir würden es beiden vorziehen.
Mautic: die Open-Source-Suite für Marketing-Automatisierung
Mautic nennt sich „The World's Largest Open Source Marketing Automation Product“ (mautic.org) und steht auf GitHub unter GPL-3.0. Es bietet einen Kampagnen-Builder per Klick und Drag, Punktesysteme für Leads sowie Drag-and-drop-E-Mails und -Landingpages. SMS funktioniert, sobald Sie einen SMS-Transport wie das Twilio-Plugin einrichten (Docs). Eine REST-API gibt es auch.
Nehmen Sie Mautic, wenn Sie Lead-Nurturing und Scoring im B2B-Stil brauchen und die Lizenz OSI-Open-Source sein muss. Es ist die vollständigste Open-Source-Option für Automatisierung. Planen Sie mehr Einrichtung und Feinschliff ein als bei einem Newsletter-Tool.
Sendy: das günstigste kommerzielle Versandtool
Sendy kostet einmalig „$69“, gültig für eine Domain, mit kostenlosen Updates bis zur nächsten Hauptversion (sendy.co). Es versendet über Amazon SES und arbeitet auch mit SendGrid, Mailjet und Elastic Email. Es hat Autoresponder für Drip-Kampagnen, Segmente, Kundenkonten unter eigener Marke und eine HTTP-API. Ein optionaler KI-Assistent wird separat verkauft.
Nehmen Sie Sendy, wenn Sie einen einfachen, günstigen Newsletter-Versand über SES wollen und weder SMS noch CRM oder fortgeschrittene Automatisierung brauchen. Sendy wirbt mit „$1.6 per 10,000 emails“ über SES. Der aktuelle SES-Listenpreis liegt bei 0,10 USD pro 1.000, also 1 USD pro 10.000, ohne Anhänge oder dedizierte IP.
MailWizz: für Agenturen, die Versand weiterverkaufen
MailWizz beschreibt sich als „self-hosted email marketing software“, die über „an SMTP server, Sendgrid, Amazon SES, Mailgun and much more“ versendet und mit der Sie „unlimited customers, groups, price plans“ anlegen (mailwizz.com). Es gibt eine dokumentierte REST-API.
Lizenzen gibt es als Regular (eigene Listen) oder Extended (wenn Sie Kunden etwas berechnen), als Jahresabo oder Lifetime. Die Preisseite zeigte beim Abruf keine Preise; fragen Sie beim Hersteller nach.
Nehmen Sie MailWizz, wenn Sie eine Agentur oder einen ESP-ähnlichen Dienst betreiben und Mandantenkonten brauchen.
Keila: einfacher Open-Source-Newsletter aus Deutschland
Keila ist „a 100% Open Source newsletter tool, made in Germany“, AGPLv3, mit offiziellem Docker-Image und einer gehosteten Keila Cloud (keila.io). Es hat einen Block-Editor, Markdown und MJML, einen Formular-Builder mit Double-Opt-in und Captcha sowie eine API für Kontakte, Kampagnen und Formulare. Marketing-Automationen sind als geplant gelistet.
Nehmen Sie Keila, wenn Sie ein aufgeräumtes, modernes Newsletter-Tool wollen und später vielleicht auf die gehostete Version wechseln.
Mailtrain und Postal: zwei Sonderfälle
Mailtrain (GPL-3.0) hat getriggerte und RSS-Kampagnen, das letzte Release ist aber v2.20210609.0 vom Juni 2021. Das README von v1 sagt, es „has been deprecated“ und „contains security flaws which won't likely be fixed“ (GitHub). Ein neues Projekt würden wir darauf nicht starten.
Postal (MIT) ist ein Mailserver für die Zustellung, keine Marketing-App. Es hat weder Listenverwaltung noch Kampagnen-Editor. Nutzen Sie es als Versandschicht unter einem der Tools oben, wenn Sie einen eigenen MTA betreiben wollen.
Open Source, source-available oder kommerziell: Warum zählt die Lizenz?
Die Lizenz bestimmt, was Sie mit dem Code tun dürfen, nicht wie gut das Produkt ist.
- Open Source (OSI): listmonk und Keila (AGPL-3.0), Mautic und Mailtrain (GPL-3.0), Postal (MIT). Sie dürfen nutzen, ändern und weitergeben, nach den Lizenzbedingungen. Die AGPL ergänzt eine Netzwerkklausel: Wenn Sie die Software ändern und anderen über ein Netzwerk zur Verfügung stellen, müssen Sie ihnen Ihren Quellcode anbieten.
- Source-available: NetSendo. Der Code ist öffentlich, damit Sie ihn lesen, prüfen und Fehler melden können, aber die EULA verbietet Weitergabe, eigene Marke und das Angebot als SaaS.
- Kommerziell, geschlossen: Sendy und MailWizz. Sie kaufen eine Lizenz und erhalten die Software zu den Bedingungen des Herstellers.
Schreibt Ihre Organisation eine OSI-Lizenz vor, heißt Ihre Shortlist listmonk, Keila und Mautic. Geht es um Datenstandort und Kontrolle, kommt jedes selbst gehostete Tool infrage.
Was erfordert Selbsthosting wirklich?
Unsere grobe Schätzung: ein Nachmittag für die Installation und einige Stunden im Monat für den Betrieb, je nach Erfahrung. Die Installation selbst ist meist der einfache Teil. NetSendo zum Beispiel sind vier Befehle (git clone, cd NetSendo, cp .env.example .env, docker compose up -d) und braucht Docker mit Compose v2, mindestens 2 GB RAM und 5 GB Speicher (empfohlen 4 GB und 10 GB). Details im Schnellstart.
Zeit kostet etwas anderes:
- Ein Server mit Backups. Ein DigitalOcean-Droplet mit 4 GiB kostet 24 USD im Monat, wöchentliche Backups kosten 20 % des Droplet-Preises zusätzlich (Preise). Wer Wert auf einen Standort in Deutschland legt, wählt einen deutschen oder EU-Hoster; worauf Sie dabei achten, steht im DSGVO-Leitfaden.
- Domain-Authentifizierung. Gmail verlangt von Absendern mit mehr als 5.000 Nachrichten pro Tag an Gmail-Konten SPF, DKIM und DMARC (die Richtlinie „can be set to none“), Abmeldung mit einem Klick und eine Spamrate „below 0.30%“ (Google). Outlook.com weist nicht konforme Mails von Domains mit mehr als 5.000 E-Mails pro Tag ab (Microsoft).
- Raus aus der SES-Sandbox. Neue Amazon-SES-Konten können nur an verifizierte Adressen senden, höchstens 200 Nachrichten in 24 Stunden, bis AWS den Produktionszugang freigibt. Eine erste Antwort gibt es laut AWS innerhalb von 96 Stunden (AWS-Docs).
- Bounces und Beschwerden verarbeiten. Leiten Sie Bounce- und Beschwerdemeldungen zurück in die Anwendung, damit ungültige Adressen automatisch gesperrt werden.
- Updates und Monitoring. Releases einspielen, Warteschlangen und Speicher im Blick behalten, Blocklisten prüfen, wenn Sie eigene IPs betreiben.
Der englische Deliverability-Leitfaden für Self-Hoster behandelt die Schritte 2 bis 4 ausführlich.
Wie versenden: Amazon SES, SMTP-Relay oder eigene IPs?
Für die meisten Teams ist ein Relay der richtige Start. Amazon SES kostet „$0.10 / 1,000 emails“, eine dedizierte IP „$24.95 / month / IP“, wenn geteilte IPs nicht mehr reichen (AWS). Mailgun, SendGrid und ähnliche Dienste funktionieren genauso über SMTP oder API. Für die DSGVO gilt: Der Versanddienst ist Auftragsverarbeiter, Sie brauchen einen AV-Vertrag, und es lohnt sich, Region und Firmensitz zu prüfen.
Ein eigener MTA (Postal oder NetSendos NMI mit dedizierten IPs und Warming) spart die Gebühren pro E-Mail. Dafür tragen Sie die IP-Reputation selbst: Warm-up-Pläne, Blocklisten-Überwachung, Missbrauchsbearbeitung. Das lohnt sich nur bei entsprechendem Volumen und wenn jemand für die Zustellbarkeit zuständig ist. Kein Tool kann den Posteingang garantieren; das hängt von Ihrer Liste, Ihren Inhalten und Ihrer Authentifizierung ab.
NetSendo selbst hat keine Versandlimits. Das Volumen hängt vom angebundenen Dienst ab (SES, Mailgun, SendGrid, Gmail API oder NMI).
Was kostet selbst gehostetes E-Mail-Marketing?
Die Lizenz ist oft der kleinste Posten. Ein Rechenbeispiel aus unserem Kosten-Leitfaden (Englisch): 100.000 Kontakte bei 4 Aussendungen im Monat ergeben 400.000 E-Mails. Das macht SES 40 USD, ein 8-GiB-Droplet 48 USD, wöchentliche Backups 9,60 USD und eine dedizierte IP 24,95 USD, zusammen etwa 123 USD im Monat mit einer kostenlosen Lizenz. Dieselbe Liste kostet bei Mailchimp Standard 800 USD im Monat und bei MailerLite Comfort 419 € im Monat (monatliche Zahlung, MailerLite, Stand 17.10.2026). Die Zahl ist eine Schätzung ohne Ihre Arbeitszeit, und der Kosten-Leitfaden zeigt auch, wann SaaS günstiger ist.
Warum Mailchimp in USD: Mailchimp zeigt Euro-Preise nur als Schätzung auf Basis des aktuellen Wechselkurses an und verweist für die verbindlichen Basispreise auf USD (Mailchimp). AWS und DigitalOcean listen ihre Preise in USD.
| Lizenzkosten | Tools |
|---|---|
| kostenlos | listmonk, Mautic, Keila, Mailtrain, Postal, NetSendo SILVER (kostenlose Lizenz; Server und Versand separat) |
| einmalig | Sendy, 69 USD pro Domain |
| Abo oder Lifetime | MailWizz (Preis beim Abruf nicht auf der Herstellerseite), NetSendo GOLD (97 USD/Monat gelistet, noch nicht buchbar) |
Wie entscheiden Sie? Vier Fragen
Beantworten Sie die Fragen der Reihe nach und hören Sie beim ersten Treffer auf.
Ein vereinfachter Entscheidungsbaum. Echte Projekte haben oft weitere Randbedingungen, etwa bestehende Integrationen oder Teamkenntnisse.
- Kann jemand einen Linux-Server, DNS und Backups betreuen? Wenn nicht: SaaS.
- Reicht ein schlanker Newsletter? Dann listmonk oder Keila, oder Sendy, wenn Sie eine einmalige kommerzielle Lizenz auf SES bevorzugen.
- Muss die Lizenz OSI-Open-Source sein? Dann Mautic für Automatisierung, oder listmonk/Keila für Newsletter.
- Brauchen Sie SMS, eine CRM-Pipeline, Webinare oder KI/MCP neben E-Mail? Dann passt NetSendo. Wenn Sie vor allem Versand an Kunden weiterverkaufen, sehen Sie sich MailWizz an.
Wann ist NetSendo nicht die richtige Wahl?
Wir würden Ihnen etwas anderes empfehlen, wenn:
- Sie nur einen wöchentlichen Newsletter verschicken. listmonk erledigt das mit weniger Betriebsaufwand.
- Sie eine OSI-Open-Source-Lizenz brauchen. NetSendo ist source-available. Nehmen Sie Mautic, listmonk oder Keila.
- Sie die Plattform weiterverkaufen oder unter eigener Marke anbieten wollen. Das erlaubt die NetSendo-EULA nicht. Die Extended-Lizenz von MailWizz ist genau dafür gemacht.
- Sie null Betriebsaufwand wollen. NetSendos verwaltetes Cloud-Hosting ist geplant (+39 USD/Monat), aber noch nicht verfügbar. Bis dahin ist ein SaaS-Tool einfacher. Der englische Vergleich self-hosted Mailchimp alternative wägt das im Detail ab.
Nächste Schritte
- Rechnen Sie die Zahlen für Ihre Listengröße im Kosten-Leitfaden nach (Englisch).
- Klären Sie Datenstandort, AV-Verträge und Double-Opt-in mit dem Leitfaden Newsletter-Software DSGVO.
- Lesen Sie vor der ersten Kampagne den Deliverability-Leitfaden (Englisch).
- Wenn NetSendo passt, bringt der Schnellstart eine Testinstanz mit Docker zum Laufen. Details zu SILVER und GOLD stehen auf der Preisseite.
Häufige Fragen
Welche E-Mail-Marketing-Software kann man selbst hosten?
Gibt es ein Open-Source-Newsletter-Tool zum Selbsthosten?
Brauche ich trotzdem Amazon SES oder einen SMTP-Dienst?
Was kostet selbst gehostetes E-Mail-Marketing?
Ist selbst gehostete Newsletter-Software DSGVO-konform?
Lohnt sich Selbsthosting für eine kleine Liste?
Ist NetSendo Open Source?
Welches selbst gehostete Tool kann SMS?
NetSendo auf dem eigenen Server testen
Selbst gehostetes E-Mail- und SMS-Marketing mit kostenloser Silver-Lizenz. Installation per Docker Compose in Minuten.
Quellen
- listmonk (GitHub-Repository) · geprüft 2026-10-16
- listmonk Website · geprüft 2026-10-17
- listmonk Docs: Messengers · geprüft 2026-10-17
- Mautic (GitHub-Repository) · geprüft 2026-10-16
- Mautic Website · geprüft 2026-10-17
- Mautic Docs: Text messages (SMS) · geprüft 2026-10-17
- Sendy · geprüft 2026-10-17
- Sendy API · geprüft 2026-10-17
- MailWizz · geprüft 2026-10-17
- MailWizz Preise · geprüft 2026-10-17
- MailWizz 3.x REST-API-Dokumentation · geprüft 2026-10-17
- Keila · geprüft 2026-10-17
- Keila API-Dokumentation · geprüft 2026-10-17
- Keila (GitHub-Repository) · geprüft 2026-10-16
- Mailtrain (GitHub-Repository) · geprüft 2026-10-17
- Postal (GitHub-Repository) · geprüft 2026-10-16
- NetSendo (GitHub-Repository und README) · geprüft 2026-10-17
- Amazon SES Preise · geprüft 2026-10-17
- Amazon SES: Produktionszugang beantragen (Sandbox) · geprüft 2026-10-17
- DigitalOcean Droplet-Preise · geprüft 2026-10-17
- Google: Richtlinien für E-Mail-Absender · geprüft 2026-10-17
- Microsoft: Outlook-Anforderungen für Massenversender · geprüft 2026-10-16
- Mailchimp Preise (USD) · geprüft 2026-10-16
- Mailchimp Preise (EUR-Anzeige mit Hinweis zu Nicht-USD-Preisen) · geprüft 2026-10-17
- MailerLite Preise (USD/EUR) · geprüft 2026-10-17

